February 19, 2011

1000 MEISTERWERKE: KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG UND DIE MODERNE KUNST, AUS NICHTS SEHR VIEL ZU MACHEN


Wer Guttenbergs Dissertation nur als Buch versteht, versteht gar nichts.

In sieben Jahren "mühevoller Kleinarbeit" vorbereitet, zeigt sich der bayrische Avantagarde Künstler Karl-Theodor von und zu Guttenberg an der fordernsten, aber auch vordersten Front eines Multimedia-Kunstwerkes, welches aus den normalen Bahnen der Volkskunst ausbricht, den Leser zum Denken und auch Mitmachen anregt, wie zahlreiche Seitenprojekte von Fans und Bewunderen Guttenbergs im Internet zeigen.

Solch eine Interaktivität gab es in der internationalen Kunstszene seit der Erstveröffentlichung der Ausmahlbücher Warhols nicht mehr, die es ebenfalls nur in einer limitierten Auflage von 500 Siebdruck-Exemplaren gab und heute geschätzte Sammlerobjekte sind.

Auch ist die Guttenberg'sche Arbeitsweise nicht nur eine Huldigung, sondern vielmehr die konsequente Weiterführung dessen, was sein großes Vorbild Warhol nur mit vergleichbar kruden Arbeitsmitteln versuchte, der Welt zu vermitteln.

Ein Werk aus wunderbar gesampelten Einzelteilen, teilweise mit neuer Farbe versehen, macht uns der Künstler Guttenberg bewußt, daß es in der modernen Gesellschaft keine Originalität mehr geben kann, nein, mehr geben darf, und daß es ein Recht darauf gibt, die Pflicht eines jeden es sein muss, sein geistiges Eigentum mit anderen zu teilen.

Dieser Aspekt des Guttenberg'schen Gesamtwerks ist durchaus als eine liebevolle Huldigung an das Wesen des frühen Christentums zu verstehen, welches in der bayerischen Urform sich über Jahrhundert als eine der sozialen Stützen einer Union nicht nur gehalten, sondern auch immer weiter ausgebaut hat, bis es die Städte erreichte.

Sozial ist demnach nicht nur, was Arbeit schafft, sondern vor allem, was man aus der Arbeit anderer schafft. Eine durchaus bemerkenswerte Wandlung eines Mannes, der sich schon seit frühester Jugend vor allem der Wirtschaftskunst verpflichtet fühlte, aber auch dem Eigentum, vor allem seines eigenen.

Der Interaktionsaspekt dieses Werkes ist so hoch, daß sich der eigentliche Künstler, schüchtern und geschockt ob dieses unerwarteten Erfolges, sich komplett aus der fortfahrenden Inszenierung zurückziehen möchte, wohl wissend dass sich große Kunst - so wie er sie geschaffen hat - auch ohne ihn weiter verbreitet.